Wie messe ich Cholesterin?

Die Moderne hat zweifellos ihre Vorteile. Statt ständig zum Arzt zu laufen, kann man dank Internet und “gewusst-wo” ein Cholesterinmessgerät für die Anwendung zu Hause kaufen. Nebenbei gesagt, kann man heute auch alle möglichen anderen medizinischen Hilfsmittel, Nahrungsergänzungen oder Diagnosehilfen selber erwerben. Das macht nicht nur die Vorsorge leichter, sondern auch das Alltagsleben.

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Die regelmäßige Überprüfung der Cholesterinwerte hilft, späteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man aus erblichen Gründen hohe Cholesterinwerte befürchten muss oder wenn sehr nahestehende Familienangehörige – also beispielsweise Vater oder Mutter – bereits früh im Leben Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten. Mit dem praktischen Schnelltest aus dem Internet oder der Apotheke kann man zwar nicht ganz so akkurate Werte erlangen wie mit der ärztlichen Labordiagnose, aber man hat genügend Ahnung, wie es um einen steht. Um den Schnelltest anzuwenden, muss man sich nur leicht in die Fingerkuppe stechen, um einen Blutstropfen zu gewinnen. Dieser wird auf einen Teststreifen getropft. Manchmal liegt auch eine Testkassette bei. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Minuten erhält man den Gesamtwert des Cholesterins ausgeworfen. Wenn dieser über einem Wert von 200 Milligramm pro Deziliter Blut (ml/dl) hat, sollte umgehend der Hausarzt aufgesucht werden. Einige Schnelltests schlüsseln sogar die Unterfraktionen des Cholesterins – nämlich den Anteil an HDL- und LDL-Cholesterin – auf. Die Normwerte stehen in der Regel im Beipackzettel. Liegen Ihre Werte außerhalb davon, ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Der Mediziner muss feststellen, ob Sie zu viel Cholesterin vom HDL-Typ oder vom LDL-Typ haben. Das HDL-Cholesterin gilt als gut, weil es als überschüssiges Cholesterin aus dem Blut entfernt und zwecks Abbau zur Leber transportiert werden kann. Einen gewissen Anteil Cholesterin benötigt der Organismus zum Überleben. Das LDL-Cholesterin lagert sich aber in den Adern ab und verstopft diese zunehmend. Man spricht dann von Arterienverkalkung. Mit verkalkten Arterien geht man Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Ist der Messwert des LDL-Cholesterins im Verhältnis zum HDL-Cholesterin zu hoch, muss sehr wahrscheinlich eine Therapie angesetzt werden. Es ist aber sinnvoll, den Wert zunächst einmal an einem zweiten Termin abzunehmen – möglichst nüchtern vor dem Frühstück. Der Cholesterinspiegel unterliegt nämlich im Tagesverlauf gewissen Schwankungen. Hatte man in den zwölf Stunden vor der letzten Blutabnahme beispielsweise etwas Cholesterinhaltiges gegessen, wäre der Wert vom vorigen Mal nicht sehr aussagefähig. Daher wird angeraten, 12 Stunden vor der Messung nichts zu essen. Beim Arzt wird dann zur exakten Bestimmung des Cholesterinspiegels venöses Blut abgenommen. Ergibt aber die Kontrollmessung einen ähnlich hohen Wert, haben Sie ein Problem. Der Arzt wird dann Ihr Risiko für Fettstoffwechselstörungen oder Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose oder Herzinfarkt ermitteln müssen. Dazu werden Sie über Ihre Krankengeschichte und familiäre Erkrankungen befragt. Ihre Risikofaktoren müssen ermittelt werden. Mit Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck sind Sie gefährdeter, ebenso wenn Sie rauchen oder ein Bewegungsmuffel sind. Der bei den meisten Schnelltests erhobene Wert für das Gesamtcholesterin ist allein eher wenig aussagekräftig. Er präzisiert das Verhältnis zwischen HDL- und LDL-Cholesterin nicht ausreichend.

Ab Mitte 40 sollte man die Messung des Cholesterins wichtig nehmen. Wie heißt es doch so schön? Vorsorge ist besser als Nachsorge!