Was versteht man unter HDL und LDL?

Diese Frage kann man wissenschaftlich beantworten – aber ich nehme an, hier will niemand Wissenschaftler werden. Wer es sehr viel genauer wissen möchte, kann ja in der Wikipedia nachlesen. Für mich ist wichtig, dass es hier um das Thema Cholesterin geht. Man nennt HDL und LDL auch Lipoproteine und teilt sie in zwei Fraktionen ein: Das High DensityLipoprotein oder HDL bewertet man wegen seiner Tätigkeitsbereiche als positiv, das Low DensityLipoprotein oder LDL als gesundheitsschädigend. Wegen der Ähnlichkeit der Begriffe kann man sich das leider nie genau merken.

hdl-gutes-cholesterinDie Lipoproteine sind im Grunde eine bestimmte Art von Transportvehikel, die im Körper herumreisen. Sie bestehen aus Lipiden und Proteinen. Diese sind in der Lage, bestimmte Stoffe von A nach B zu bringen. Dazu bedienen sie sich des Blutplasmas als Straße und laden fettähnliche Substanzen – und zu denen gehört auch das Cholesterin. Außerdem zählt man noch die so genannten Triglyceride, verschiedene Fettsäuren und Phosphor-Lipide sowie Cholesterin-Estern dazu. Das HDL darf dabei eine zentrale Rolle im Cholesterinstoffwechsel übernehmen. Unser Organismus braucht nämlich ein gewisses Maß an Cholesterin, es darf nur nicht zu viel werden. Lagert es sich nämlich in den Adern ab, verstopft es diese langfristig. Also ist der wichtigste Job des HDL, jeden Überschuss an Cholesterin schnellstmöglich aus dem Weg zu schaffen. Es wird zur Leber transportiert und dort abgebaut. Die Gallenflüssigkeit hilft bei der Ausscheidung. Ein Teil der Gallensäuren wird in den Darm abgegeben, damit er den Abtransport übernimmt. Der Rest wird an andere Organe abgegeben, damit diese Steroide herstellen oder neue Membranen bilden können.

Leider gibt es in fast jeder Familie ein schwarzes Schaf – so auch in dieser. Das LDL ist ein Lipoprotein, das gerne seiner eigenen Wege geht. Es hat eine andere Dichte (Low Density) und kann daher direkt in bestimmte Zellen hinein gelangen. Dort legt es das Cholesterin ab und trollt sich. Solange die beiden Lipoprotein-Speditionsunternehmen im richtigen Verhältnis stehen, kann nicht allzu viel passieren – aber wehe, wenn das böse LDL auf der Blutplasma-Straße dominiert. Dann kommt in unserem Organismus einiges durcheinander. Die üblichen Wege zur Ausscheidung überflüssigen Cholesterins werden nicht mehr ausreichend genutzt. Stattdessen lagert sich immer mehr Cholesterin in den Adern ab. Dieser Prozess geschieht altersbedingt immer häufiger, weil jetzt der Stoffwechsel insgesamt langsamer wird, wenn dem Organismus nicht ausreichend Aminosäuren zur Verfügung stehen. Der Gesamtcholesterinspiegel steigt folglich. Erstens nehmen wir mit der Nahrung zu viel auf, aber das macht nur etwa 15-30 Prozent des Gesamtcholesterins aus. Den Rest stellt der Körper selber her. Er kann ihn aber nicht mehr schnell genug verarbeiten. Es kommt folglich zum Verarbeitungsstau.

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Beim Low Density Lipoprotein (LDL) ist die altersabhängige Zunahme des Gesamtcholesterinspiegels bei Frauen sichtbar stärker ausgeprägt. Die Männer haben etwas niedrigere Werte. Der HDL-Cholesterinspiegel sinkt jedoch im Alter. Die guten Spediteure von Cholesterinlasten werden also rar, die faulen machen sich immer breiter. Sie arbeiten verstärkt daran, sich ihrer Cholesterin-Last in den Adern zu entledigen. Das einzige, was wir dagegen tun können, ist: Uns im Alter bewusst gesünder zu ernähren, gezielt Vitalstoffe zuzuführen und insgesamt weniger Cholesterin aufzunehmen. Außerdem können wir uns mehr bewegen, um den Stoffwechsel zusätzlich anzuheizen.