Ändern sich die Cholesterinwerte im Tagesverlauf?

Einfache Antwort: Ja! Der Cholesterinspiegel bezieht sich direkt auf die Art und Menge der aufgenommenen Nahrungsfette. Der Anteil gesättigter Fettsäuren in der Nahrung kann den Cholesterinspiegel sogar vorhersehbar erhöhen! Kennt man das Verhältnis von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren in seiner Mahlzeit, kann man sogar genau vorausberechnen, in welcher Weise sich der Cholesterinspiegel verändern wird. Sinnigerweise erhöht nämlich ein Gramm ungesättigte Fettsäuren den Cholesterinspiegel exakt um den Betrag, den 2 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren ihn senken. Toll, oder? So etwas sagen einem die Mediziner natürlich nie. Die gesättigten Fettsäuren stammen aus tierischen und gehärteten Fetten und können insgesamt als ungesund angesehen werden. Zu den gehärteten Fetten gehören beispielsweise alle Industriefette in Gebäck und Chips, aber auch Palmfett, gehärtete Margarine, Erdnussfett oder Kokosfett. Von den so genannten Transfettsäuren – beispielsweise in Pommes Frittes, Kartoffelchips und Blätterteiggebäck vorkommend – weiß man, dass sie das LDL-Cholesterin anheben können. Dummerweise senken sie zugleich auch das HDL-Cholesterin, das ja als das gute Cholesterin bekannt ist. Wenn wir viele solcher Fette aufnehmen, verschlechtern wir also automatisch unsere Cholesterinbilanz, wenn dem Körper zu wenige wichtige Vitalstoffe zur Verfügung stehen.

Gesünder sind die einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren, mit denen wir die hohen Cholesterinwerte verbessern können. Besser wäre es, diese gar nicht erst steigen zu lassen – aber unser Körper hat ja nun einmal keine Anzeigetafel, auf der man jederzeit die aktuellen Werte ablesen könnte. Wir kennen den jeweiligen Stand der Dinge ja nur über eine Nüchternmessung mit dem Schnelltest. Wenn wir gehärtete Fette und Margarinen zu Gunsten einfach oder mehrfach ungesättigter Fette austauschen, gewinnen wir schon viel. Der Cholesterinspiegel sinkt. Er steigt wieder, sobald wir gesättigte Fette aufnehmen. Klar ist aber auch, dass drei Viertel des Cholesterins im Körper selbst hergestellt werden und wir “nur” zu einem Viertel aktiv Einfluss darauf nehmen, welche Menge Cholesterin wir im Blut haben. Diesen Anteil allerdings können wir durch eine kluge Auswahl unserer Nahrungsfette bewusst niedrig halten.

ungesaettigte-fettsaeureEinfach ungesättigte Fettsäuren kennen wir aus dem Olivenöl . Es ist als guter Cholesterinsenker bekannt. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren gelten als noch viel gesünder. Man findet sie beispielsweise in Leinöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder Fischfetten. In gewissen Umfang sind sie auch in Geflügelfett enthalten. Diese Fette können also die Cholesterinwerte und auch die Triglyceridwerte absenken. Doch Vorsicht: Beim Geflügelfett von Hühnern aus industrieller Zucht ist das Fett der Tiere auch Speicher zahlreicher Toxine, Masthilfsmittel, Antibiotika und Pestizide. Ähnliches gilt für raffinierte Speiseöle, die über eine Salzsäureextraktion heiß gewonnen werden. Dabei gehen viele Wertstoffe und das typische Aroma der Ursprungspflanze verloren. Wenn es schon gesund sein soll, dann bitte grundsätzlich aus Bio-Anbau und als schonend kalt gepresste “extra vergine”-Abfüllung.

Die Frage, ob Cholesterinwerte sich im Tagesverlauf ändern können, ist damit beantwortet – jedenfalls, was unser Essverhalten anbelangt. Nun sind aber auch erbliche Faktoren, Bewegungsmangel und anderes Einfluss nehmende Faktoren. Wesentlich ist das richtige Verhältnis von gutem zu schlechtem Cholesterin. Hier ist nicht allein das Nahrungs-Cholesterin beteiligt, sondern auch das vom Körper selbst hergestellte. Das allerdings können wir nicht ohne Weiteres beeinflussen. Pflegen wir aber eine gesunde Ernährung mit ausreichen Enzymen, Aminosäuren, Vitalstoffen und viel Bewegung, geht es uns gut.